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In früheren Jahren waren die örtlichen Banken und vor allem die Sparkassen und Volksbanken die erste Adresse, wenn es um einen Ratenkredit ging. Heute sieht dies vollkommen anders aus. Die Direktbanken, Vergleichsportale und Kreditvermittler haben in den letzten Jahren zugelegt. So ist es nicht verwunderlich, dass die Sparkassen und Volksbanken deutlich ihre Marktanteile bei der Vergabe von Ratenkrediten verloren haben. Dagegen haben die bekannten Großbanken ihre Marktstellung behaupten können. Diese sind unter anderem auch in den Vergleichsportalen mit günstigen Krediten vertreten.
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Zahlen des Bankenfachverbandes sind deutlich
Wie der bekannte Branchen-Newsletter Finanz-Szene es verdeutlicht hat, hat sich der Anteil bestimmter Banken auf dem Gesamtmarkt insbesondere für Ratenkredite verändert. Grundlage sind die Zahlen des Bankenfachverbandes aus den Jahren 2015 bis 2020. Dabei wurden gravierende Veränderungen festgestellt.
Zum Ende des Jahres 2015 besaßen die Sparkassen noch einen Marktanteil von 39 % in Bezug auf die Vergabe von Ratenkrediten. Fünf Jahre später ist der Marktanteil auf nur noch 29 % gesunken. Ebenfalls schrumpfte auch der Marktanteil der Volks- und Raiffeisenbanken von 32 % auf nur noch 19 %.
Viele Kunden sehen in den zahlreichen Direktbanken und einfachen Online-Vergleichsmöglichkeiten eine wesentlich günstigere Alternative. Wer beispielsweise bei seiner örtlichen Sparkasse oder Volksbank einen Ratenkredit beantragen möchte, der wird vom zuständigen Sachbearbeiter in einem persönlichen Gespräch zwar beraten, aber auch ziemlich ausgefragt. Nicht jeder möchte gerne seine persönlichen Belange und auch Vermögensverhältnisse offenlegen. Dabei scheuen sich viele auch, direkt eine Absage zu erhalten. Da generell ein regelmäßiger Kontakt mit der Hausbank und deren Mitarbeitern besteht, würde eine Kreditabsage bei vielen ein schlechtes Licht auf deren Vermögensverhältnisse werfen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass viele potenzielle Kreditnehmer aus Scham den Besuch einer Sparkassen- oder Volksbank-Filiale meiden.
Die Großbanken legen zu
Die Großbanken haben ihren Marktanteil stärken können. Von 7 % aus dem Jahr 2015 ist dieser 2020 auf rund 18 % gestiegen. Viele kleineren und größeren Direktbanken und sonstigen Kreditvermittler haben in den letzten Jahren einen Anstieg von 23 auf 34 % verzeichnen können.
Zu den Großbanken gehört zum Beispiel die Deutsche Bank. Diese hat mittlerweile zahlreiche Tochterunternehmen, zu denen die Postbank und die Norisbank gehören. Es handelt sich um Privatkunden-Töchter, die im Jahr 2020 zu echten Großbanken herangewachsen sind.
Da die Großbanken sowie deren Tochterunternehmen auch online präsent sind, kann die Kreditbeantragung auch ohne persönliche Vorsprache bei einem Kundenberater erfolgen. Die Beantragung selbst erfolgt anonymer, sodass auch bei einer möglichen Absage sich niemand schämen muss.
Sparkassen und Volksbanken unter Druck
Die aktuellen Verluste bei den Ratenkrediten setzen die Sparkassen und Volksbanken unter Druck. Natürlich hat aber auch die aktuelle Corona-Pandemie dazu geführt, dass Ratenkredite verstärkt von daheim über ein Online-Portal beantragt werden. Nur die wenigsten hat es in der Lockdown-Zeit wirklich in die örtlichen Filialen gezogen.
Wie Finanz-Szene berichtete, lag Ende 2019 das Bestandsvolumen der Sparkassen und Volksbanken bei den ein- bis fünfjährigen Konsumentenkrediten nach Angabe der Bundesbank bei 138 Milliarden Euro. Zum Ende 2021 waren es nur noch 130 Milliarden Euro. Ein Abwärtstrend ist unverkennbar. Auch wenn auf örtliche Finanzdienstleister nicht ganz verzichtet werden kann, wäre ein Überdenken bei der Kreditvergabe angeraten.