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Verständlicherweise hat die aktuelle Corona-Pandemie viele in eine oft schwierige Lage gebracht. Studierende sind hier besonders arg betroffen. Diese können ihre Vorlesungen nur noch online durchführen. Viele kennen sich persönlich auch gar nicht, da es ein Leben an der Uni nicht gibt. Besonders schlimm sind jedoch die finanziellen Probleme, welche die schon belastende Situation verschärft. Berufstätige wurden überwiegend in Kurzarbeit bzw. Home-Office geschickt. Die 450-Euro-Kräfte haben fast alle ihren Job verloren. Hierzu gehören natürlich auch die meisten Studenten bzw. Werkstudenten. So haben im Sommersemester 10 % weniger einen Nebenjob gehabt als im Vorjahr. Viele kommen daher um einen Studierendenkredit kaum herum.
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Nebenjob für Studierende überaus wichtig
Im Jahr 2017 hatte eine Umfrage ergeben, dass mehr als 70 % aller Studierenden neben der Uni noch einen Nebenjob hatten. 2020 ist die Zahl auf 53 % gesunken. Unterschiede gibt es auch zwischen Ost- und Westdeutschland. Während in Westdeutschland der überwiegende Teil den Nebenjob verloren hatte, sah es in Ostdeutschland etwas besser aus. Grund hierfür könnte damit zusammenhängen, weil zum Beispiel in Sachsen im Jahr 2020 die wenigsten Infizierten zu vermelden waren und dort auch wirtschaftlich etwas mehr erlaubt war.
Unabhängig davon finanzieren sich Studierende durch einen Nebenjob vielfach Unterkunft und Verpflegung. Auch wichtige Anschaffungen lassen sich durch einen Nebenverdienst besser bewältigen. Nicht jeder erhält zum Beispiel auch BaföG.
Studierende aus Akademiker-Haushalten sind im Vorteil
Interessant ist, dass insbesondere Studierende aus Akademiker-Haushalten eher ihren Nebenjob halten konnten oder auch schneller einen neuen fanden als diejenigen aus normalen Haushalten. Dabei bekamen diese Studierenden auch einen höheren Stundenlohn ausgezahlt. Grund hierfür war meist, dass Studierende von Akademiker-Eltern sich meist einen fachnahen Nebenjob gesucht haben und von den Eltern häufiger empfohlen wurden. Dies macht deutlich, dass der Nachwuchs, also die Studierenden, von den Eltern deutlich profitieren. Es ist daher wichtig, dass auch Studierende, die aus Arbeiterfamilien stammen, besser unterstützt werden.
Durchschnittseinkommen von Studierenden gestiegen
Trotz Corona-Krise und vielen wegfallenden Jobs ist das durchschnittliche Monatseinkommen der Studierenden von rund 847 auf 859 Euro monatlich gestiegen. Dies führt zu einem Plus von 12 Euro im Monat. In diesem Punkt sind finanzielle Einbußen wegen der Pandemie nicht festzustellen.
Interessant ist, dass die Entwicklung gezeigt hat, dass das Einkommen aus Nebenjobs vielfach zwar weggefallen ist, jedoch Studierende nach Möglichkeit wieder bei den Eltern wohnen und gelegentlich einen Job übernehmen. Hierbei bliebe für die Studierenden im Monat sogar mehr Geld übrig.
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass das Budget aus Ersparnissen und Darlehen angestiegen ist. BaföG-Leistungen wruden ebenfalls von 471 auf 576 Euro im Monat erhöht.
Die Geldquellen werden schneller aufgebraucht
Leider ist ein Ende der Pandemie nicht abzusehne, sodass die Geldquelle, aus denen Studierende schöpfen können, stärker ausgereizt werden. Einbußen müssen an anderer Stelle kompensiert werden. Können Eltern nicht mehr ausreichend unterstützen, dann muss dies durch mehr Arbeit ausgeglichen werden. Auch wenn viele Studentenjobs weggefallen sind, melden sich seit Sommer 2020 immer mehr Studierende auf entsprechenden Studenten-Jobplattformen an. Einige Anbieter können hier sogar einen Anstieg von 57 % verzeichnen.
Steigende Ausgaben müssen kompensiert werden
Wie zuvor dargelegt, sind viele Studierendenjobs weggefallen, aber dennoch insgesamt das Einkommen etwas gestiegen. Ein großes Plus machen Studierende aber dennoch nicht. Umfragen haben ergeben, dass die durchschnittlichen Kosten für ein Studium um 26,43 % angestiegen sind. Hierzu gehören Mieterhöhungen und gestiegene Kosten für eine bessere technische Ausstattung und schnelleres Internet.
Seit dem Sommersemester zahlen Studierende pro Quadratmeter Wohnfläche 13,54 € mehr. Dies ist auch einer der Gründe, warum so viele Studierende wieder zu den Eltern zurückziehen. Diejenigen, welche die Kosten nicht kompensieren können, sind auf Studierende-Kredite angewiesen. Mittlerweile haben viele renommierte Kreditinstitute bzw. Banken diese Kreditform in ihr Produktportfolio aufgenommen. Neben niedrigen Zinsen sind auch die Rückzahlungsmodalitäten an die aktuelle Lage angepasst worden. Ebenso erhalten Studierende über die Kreditanstalt für Wiederaufbau entsprechende Hilfen.