Wer eine Kreditaufnahme plant, hat in der Regel bereits ganz genau vor Augen, für was die Darlehenssumme ausgegeben werden soll. Was oftmals jedoch bis zum Termin mit der Bank kaum Beachtung findet, ist, welchen Kreditbetrag die Banken maximal herausgeben. Dabei ist es gemeinhin sehr hilfreich, bereits im Voraus zu wissen, wie die Kreditinstitute die maximale Darlehenshöhe ermitteln.
Inhalt
Maximale Darlehenshöhe
Um die maximale Darlehenshöhe zu ermitteln, ist die maximal bezahlbare, monatliche Ratenhöhe zu ermitteln.
Damit die Banken ein Darlehen vergeben, muss der Antragsteller eine dementsprechende Kreditwürdigkeit aufweisen. Ist das der Fall, kann anschließend die maximale Darlehenshöhe errechnet werden. Hierfür sind generell unterschiedliche Optionen möglich, bei denen unter anderem ebenfalls die jeweilige Kreditart eine gewichtige Rolle spielt.
Die Ermittlung der maximalen Darlehenshöhe vonseiten der Banken basiert jedoch vor allem auf dem Einkommen, der Höhe des Eigenkapitals, den Tilgungs- und Zinskosten sowie den Lebenshaltungskosten.
In Bezug auf das Monatsgehalt des Antragstellers werden die Raten des Kredits im Verhältnis zum vorhandenen Einkommen gerechnet. Das bedeutet, dass das Kreditinstitut von dem jeweiligen Einkommen die etwaige Lebenskosten sowie ein gewisser Sicherheitszuschlag subtrahiert wird. Die Summe, die aus dieser Rechnung hervorgeht, ist die maximale Darlehensrate, die für den Antragsteller bezahlbar ist. Diese wiederum ist ausschlaggebend dafür, um die maximale Kredithöhe zu berechnen.
Ermittlung der Lebenshaltungskosten
Für die Banken sind in Bezug auf die maximale Darlehenshöhe die gesamten, monatlichen Ausgaben des Antragstellers von großer Bedeutung.
Die monatlichen Lebenshaltungskosten ermitteln die Banken anhand der tatsächlichen Ausgaben, die für jeden Darlehensnehmer individuell berechnet werden. Durchschnittlich wird hier von monatlichen Kosten in Höhe 1.200 Euro sowie zusätzlich 200 Euro für jedes Kindes ausgegangen.
Zu den Ausgaben zählen zum Beispiel Nebenkosten, Mietausgaben, Versicherungsbeiträge und etwaige, bereits vorhandene Kreditverpflichtungen.
Nettoeinkommen
Zur Errechnung der maximalen Darlehenshöhe spielt das Nettoeinkommen eine gewichtige Rolle.
Das Nettoeinkommen des Antragstellers ist für die Banken ebenfalls ein Orientierungswert, um die größtmögliche Darlehenssumme zu ermitteln.

© Peggy_Marco / pixabay.com
Hierfür wird gemeinhin folgende, simple Rechnung verwendet: Nettoeinkommen mal 110 ist gleich der maximale Kreditbetrag.
Zum Nettoeinkommen wird jedoch nicht nur das Gehalt aus der Vollzeitarbeitsstelle gerechnet, sondern ebenfalls weitere Einnahmen, wie zum Beispiel Kindergeld und Mietbeträge. Wichtig ist jedoch, dass die betreffenden Einnahmen regelmäßig auf das Girokonto fließen.
Zudem übt die Bonität des Antragstellers einen gewichtigen Einfluss auf das Nettoeinkommen aus: So senken negative Einträge in der Schufa die maximal mögliche Kredithöhe. Außerdem kalkulieren die Kreditinstitute ebenfalls die zukünftigen Entwicklungen des Zinssatzes mit in die Berechnung ein. Geht die Bank hierbei davon aus, dass sich die Zinslage auf einem niedrigen Niveau hält, wird von einem niedrigeren Kreditbetrag ausgegangen.
Jahreseinkommen
Da bei Selbständigen und Freiberuflern üblicherweise kein regelmäßiges Einkommen in einer gleichbleibenden Höhe vorhanden ist, orientieren sich die Kreditinstitute zumeist an den Jahreseinkommen der letzten drei Jahre.
Bei Freiberuflern und Selbständigen sieht die Sachlage dagegen etwas anders aus: Da hier oftmals kein regelmäßiges Einkommen vorhanden ist, betrachten die Banken in der Regel das jeweilige Jahreseinkommen.

© Kredite / pixabay.com
So orientieren sich die Kreditinstitute üblicherweise an den Einkünften, die in den letzten zwei bis drei Jahren erzielt wurden. Allerdings beurteilt jede Bank das Jahreseinkommen nach verschiedenen Gesichtspunkten.
Dazu kommt, dass die Banken zumeist Voraussetzen, dass die selbständige Tätigkeit bereits seit wenigstens zwei Jahren besteht. Manche Banken orientieren sich bei ihrer Beurteilung an dem niedrigsten Gewinn, der binnen der letzten drei Jahre eingenommen wurde; andere Kreditinstitute sind dagegen sehr kritisch, was eine freiberufliche beziehungsweise selbständige Tätigkeit angeht. Hier kann es zum Beispiel durchaus sein, dass die Kreditinstitute lediglich das Siebenfache vom jeweiligen Jahreseinkommen vergeben.
Unterschiede nach Kreditinstitut
Wie hoch die maximale Kredithöhe ausfällt, ist jedoch auch immer von dem jeweiligen Kreditinstitut abhängig. Dazu kommt beispielsweise, dass die Banken bei einer gewünschten Immobilienfinanzierung andere Voraussetzungen ansetzen als bei einem klassischen Ratenkredit, der zumeist zum Kauf diverse Konsumgüter aufgenommen wird.
Haushaltsrechner
Mithilfe von einem Online-Haushaltsrechner können sich angehende Kreditnehmer bereits einen recht genauen Eindruck von der maximal möglichen Darlehensrate verschaffen.
Angehende Kreditnehmer, die sich bereits vor dem Termin mit der Bank etwas genauer darüber informieren möchten, wie hoch die maximale Darlehenshöhe in etwa ausfällt, können dies beispielsweise mithilfe von Online-Haushaltsrechnern in die Tat umsetzen.
Dabei wird üblicherweise zunächst so vorgegangen, dass die Ausgaben von den Einnahmen abgezogen werden, um die größtmögliche, monatliche Ratenhöhe zu ermitteln. Hier empfiehlt es sich jedoch zusätzlich einen gewissen finanziellen Puffer für etwaige Notfälle mit einzuplanen. Bei einem klassischen Ratenkredit ist es anschließend zumeist möglich, den Darlehensbetrag und die Kreditlaufzeit aufeinander abzustimmen, bis die Darlehensrate der jeweils individuell ermittelten Monatsrate entspricht.
Besicherung
Damit die Banken den gewünschten, klassischen Ratenkredit vergeben, muss der Darlehensnehmer dazu in der Lage sein, die jeweiligen Voraussetzungen zu erfüllen.
Zudem wirkt sich ebenfalls die jeweilige Besicherung auf die maximal mögliche Darlehenshöhe aus. So führen die Banken für jeden einzelnen Antragsteller eine sogenannte „Bonitäts- und Machbarkeitsprüfung“ durch. Grundlage hierfür ist immer das Gehalt des angehenden Kreditnehmers.

© InstagramFOTOGRAFIN / pixabay.com
Damit es zu einer erfolgreichen Kreditvergabe kommt, setzen die Banken jedoch nicht nur eine gute Bonität beziehungsweise eine positive Auskunft der Schufa und ein sicheres, regelmäßiges Einkommen voraus, sondern gemeinhin ebenfalls ein deutsches Girokonto und einen festen Wohnsitz innerhalb von Deutschland. Die genauen Vorgaben können allerdings je nach Bank etwas variieren.
Ist es dem Antragsteller nicht möglich, die diversen Voraussetzungen zu erfüllen, lehnt das Kreditinstitut den Darlehenswunsch ab. Alternativ kann es beispielsweise aber auch geschehen, dass die Bank einen niedrigeren, maximalen Kreditbetrag vorschlägt. Hier bleibt es dann dem Antragsteller überlassen, ob er hierauf eingeht oder vielleicht bei einer anderen Bank einen Kreditantrag stellt.
Im Allgemeinen gilt hier zumeist: Desto höher die Darlehenssumme, desto höher fallen die monatlichen Kreditraten aus. Bei klassischen Ratenkrediten setzen die Banken in der Regel relativ kurze Vertragslaufzeiten an. Zumeist werden hier maximal 120 Monate ermöglicht.
Kreditantrag abgelehnt?
Mithilfe von einem Bürgen oder zweiten Kreditnehmer kann es oftmals doch noch zu der gewünschten Kreditvergabe kommen. Wichtig ist jedoch, dass die Person die Voraussetzungen der Banken erfüllt.
Lehnt die Bank den Kreditwunsch des Antragstellers ab, muss unter Umständen dennoch nicht von dem gewünschten Darlehen abgesehen werden. So ist es beispielsweise oftmals mithilfe eines solventen zweiten Kreditnehmer oder Bürgen möglich, doch noch den benötigten Kredit zu erhalten.
Allerdings ist es hierfür unabdingbar, dass die betreffende Person ihrerseits dazu in der Lage ist, die jeweiligen Voraussetzungen des Kreditinstituts zu erfüllen.