Kredite werden in der Regel über einen sehr langen Zeitraum abgeschlossen. So sind hier gemeinhin Darlehenslaufzeiten von mehreren Monaten bis hin zu vielen Jahren keine Seltenheit, sondern eher gang und gäbe. So kann es hier durchaus zu den Fragen kommen, ob sich unter Umständen mittlerweile nicht vielleicht eine Umschuldung lohnt und ob man diese auch in der heutigen Coronazeit durchführen sollte?
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Umschuldung: was ist das?
Eine Umschuldung dient dazu, einen bereits bestehenden Kredit zu tilgen. Hierbei handelt es sich um eine neue Kreditaufnahme, sodass der Antragsteller erneut die Kriterien für eine Darlehensvergabe erfüllen muss.
Bei einer Umschuldung ist der Name Programm: Hier geht es somit nicht etwa darum, ein neues Darlehen aufzunehmen, um damit eine neue Anschaffung zu finanzieren oder Rechnungen zu begleichen, sondern es wird ein bereits bestehender Kredit umgeschuldet. Das bedeutet, dass die Kreditsumme des neuen Darlehen einzig und allein dazu dient, um den alten Kredit abzulösen.
Da es sich hierbei um die Aufnahme eines neuen Kredits handelt, kommt es hier erneut zu einer Überprüfung der verschiedenen Darlehensvoraussetzungen, die ein Antragsteller erfüllen muss. Diese können zwar je nach Kreditinstitut variieren aber in der Regel wird gemeinhin vor allem ein hoher Wert auf eine gute Bonität beziehungsweise eine positive Auskunft der Schufa und ein sicheres, regelmäßiges Einkommen gelegt. Ebenso achten die Kreditinstitute üblicherweise auf ein deutsches Girokonto und einen festen, deutschen Wohnsitz.
In Bezug auf die Coronakrise kann es jedoch unter Umständen vorkommen, dass beispielsweise aufgrund von Kurzarbeit, Lohnkürzungen oder Ähnlichem zu einem geringeren Einkommen im Monat kommt. Dementsprechend ist es hier eventuell möglich, dass die Bank den Darlehensantrag ablehnt. Allerdings ist es mithilfe von einem solventen Bürgen oder zweiten Kreditnehmer in der Regel dennoch möglich, das benötigte Darlehen zu erhalten. Der Hintergrund hierfür ist, dass die Bank durch das Hinzuziehen einer solchen Person ein geringeres Darlehensrisiko eingeht. Sollte der eigentliche Kreditnehmer irgendwann einmal nicht mehr dazu in der Lage sein, die monatlichen Darlehensraten zu tilgen, dann wendet sich die Bank an den Bürgen beziehungsweise den zweiten Kreditnehmer. Dieser ist anschließend dazu verpflichtet, die restliche, noch offene Kreditschuld vollständig zu begleichen.
Warum Umschulden?
Die Durchführung einer Umschuldung ist für den Kreditnehmer hauptsächlich dann lohnenswert, wenn das neue Darlehen einen niedrigeren Zinssatz aufweist als der alte Kredit.
Eine Umschuldung bietet sich vor allem dann an, wenn der Zinssatz des Umschuldungskredit unter dem Zinssatz des alten Darlehen liegt.

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Denn in diesem Fall muss der Kreditnehmer weniger Zinsen für die restliche, noch offene Kreditschuld tilgen und kann so, je nach Höhe des noch offenen Darlehensbetrag, oftmals eine beträchtliche Summe sparen.
Eine weitere Option ist, dass der Kreditnehmer mit der „alten“ Bank an sich, also beispielsweise mit deren Serviceleistungen nicht zufrieden ist oder anderweitige Diskrepanzen bestehen. Auch hier kann sich die Durchführung einer Umschuldung anbieten. Allerdings sollte ebenfalls in einem solchen Fall der Zinssatz des neuen Kredits niedriger oder zumeist gleich hoch aber keinesfalls höher ausfallen. Denn bei zuletzt genanntem muss der Antragsteller sonst höhere Zinsen begleichen, wodurch sich das Darlehen verteuert.
Umschulden in der Coronazeit?
Umschuldungskredite können im Moment bei den Banken vor Ort sowie bei Onlinebanken abgeschlossen werden. Minimiert wird das Virusrisiko bei Letzterem; in Kombination mit dem VideoIdent-Verfahren.
Da jedoch, aufgrund des Coronavirus, derzeit vieles anders abläuft als es in früheren Zeiten üblich gewesen ist, stellt sich oftmals auch bei einer geplanten Umschuldung die Frage, ob diese überhaupt durchgeführt werden kann und ob man dies auch wirklich tun sollte.
Im Allgemeinen gilt, dass die Banken auch während der momentanen Coronakrise Umschuldungskredite anbieten. Dementsprechend ist es also durchaus möglich, ein solches Darlehen aufzunehmen.
Allerdings ist es auch jetzt unbedingt ratsam, die verschiedenen Kreditangebote eingehend miteinander zu vergleichen. Denn ob mit oder ohne Virus: Die diversen Darlehensofferten differenzieren sich zumeist sogar recht deutlich voneinander. Dabei sollte man sich auch von einem augenscheinlich kaum merklichen Zinsunterschied nicht in die Irre führen lassen, denn bereits wenige Prozentpunkte Differenz können hier, je nach Kreditbetrag, zu einer beachtlichen Einsparung führen. Als sehr guter Vergleichsfaktor bietet sich vor allem der effektive Jahreszinssatz an, da dieser, im Gegensatz zum Nominalzinssatz, bereits sämtliche Kreditkosten enthält.

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Ebenso ist es unbedingt empfehlenswert, ein gesteigertes Augenmerk auf die diversen Sonderleistungen zu werfen, die von einer Vielzahl an Banken angeboten werden. Dazu gehört etwa die kostenfreie Möglichkeit von Sondertilgungen, ein variabler Tilgungssatz und das Aussetzen einer monatlichen Darlehensrate bei einem finanziellen Notfall. Mithilfe der verschiedenen Sonderleistungen ist es zum einen möglich, die Rückzahlung des Kredits, in einem gewissen Umfang, etwas individueller zu gestalten und zum anderen kann hiermit durchaus das eigene Konto oftmals sogar deutlich geschont werden. Es lohnt sich also, ebenfalls die Sonderleistungen der Banken zu beachten.
Umschuldungskredite können, trotz Coronakrise, im Allgemeinen noch bei einer Bank vor Ort oder auch bei einer Onlinebank abgeschlossen werden. Unter Umständen befinden sich zwar einige Mitarbeiter der Kreditinstitute mittlerweile im Home-Office aber dies ändert nichts an einer etwaigen Darlehensvergabe. Antragsteller, die einen Termin vor Ort buchen, erhalten gemeinhin sowieso einen Einzeltermin. Je nach Bank kann es momentan zudem durchaus der Fall sein, dass der Termin vonseiten des Kreditinstituts so gelegt wird, dass sich zu dem betreffenden Zeitpunkt entweder keine oder nur wenige Menschen in der Bankfiliale befinden. Außerdem sind gemeinhin die üblichen, derzeit geltenden Hygiene-Regeln, wie zum Beispiel das Abstand halten, ein Verzicht auf das Händeschütteln und die Hust-/Niesetiquette einzuhalten. Zudem kann beispielsweise zur Vertragsunterschrift ein eigener Stift mitgebracht werden.
Wer sich für einen Umschuldungskredit bei einer Onlinebank entscheidet, kann die Darlehensbeantragung über das Internet erledigen, sodass es nicht notwendig ist, die eigenen vier Wände zu verlassen und sich der Gefahr einer Virus-Ansteckung auszusetzen. Allerdings ist es bei einer Onlinekreditbeantragung notwendig, sich zu Legitimieren. Dies geschieht je nach Angebot der Bank durch das PostIdent- oder das VideoIdent-Verfahren. Letzteres wird allerdings noch nicht von jedem Kreditinstitut angeboten.

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Antragsteller, die sich für das PostIdent-Verfahren entscheiden, müssen somit zur Legitimation eine Postfiliale aufsuchen. Beim VideoIdent-Verfahren ist das dagegen nicht notwendig: Hier erfolgt die Legitimierung ganz einfach am heimischen Computer. Allerdings muss für dieses Verfahren nicht nur ein PC vorhanden sein, sondern ebenfalls eine gut funktionierende Internetverbindung und eine Webcam. Außerdem ist es bei beiden Verfahren unabdingbar, dass der Antragsteller seinen gültigen Personalausweis oder Reisepass griffbereit hält.
Wer sich für einen Umschuldungskredit interessiert und die Gefahr einer etwaigen Coronavirus-Erkrankung so gering wie möglich halten möchte, für denjenigen bietet sich somit sicherlich eine Onlinekreditbeantragung in Kombination mit dem VideoIdent-Verfahren an. Es ist also, aufgrund des Virus, nicht zwangsläufig notwendig, auf ein solches Darlehen zu verzichten.